Am Freitag, den 8. Mai 2026, machte sich der gemütliche Teil der 35+ Riege auf den Weg ins Bowlingcenter Seebach, wo um 19.30 Uhr die Schuhe geschnürt und die Kugeln gewählt wurden. Sechs motivierte Spieler, Tschügge, Ste und Stef, Andi und Dan fanden sich auf den Bahnen ein, mit dabei auch Schimmi unser erfahrendster Bowler – ein Mann, bei dem der Ball nicht einfach rollt, sondern dirigiert wird 🎳. Wo andere hoffen, plant er. Wenn andere fluchen, räumt er schon die nächsten Pins. Schimmi gehört an die Bowlingbahn wie das Wachs auf den Kugeln, und das sollte sich an diesem Abend einmal mehr bewahrheiten.

Die ersten Schüsse gehörten den Mutigen. Einige Spieler starteten, als hätten sie heimlich trainiert: saubere Winkel, konsequente Strikes, das selbstkritische Kommentatoren zum Schweigen brachte, gell Dan 🎉. Die Zwischenstände liessen verheissungsvolle Träume zu, und für einen kurzen, schönen Moment schien alles möglich. Schimmi selbst blieb dabei unbeeindruckt; er weiss schliesslich, dass Bowling kein Sprint ist, sondern ein Marathon auf achtzehn Metern, und liess seine Kugeln mit der Gleichmässigkeit eines Schweizer Bahnhofs in die Pins gleiten.
Was der Anfang jedoch verheisst, nimmt die Zeit. Mit zunehmender Spieldauer spürten die Frühblüher, wie die Konzentration den Weg nach Hause antrat – und die Pins leider nicht. Streifschüsse häuften sich, die Gutter-Bälle kehrten zurück, und die einst stolzen Scores begannen sich dem Mittelwert anzunähern. Die Theorie, dass Bowling vor allem Kopfsache sei, wurde an diesem Abend eindrucksvoll bestätigt: Wer im Kopf nachlässt, dem folgen die Pins nicht – sie gehen einfach ihren eigenen Weg, meistens den in die falsche Richtung. Was der Bierkonsum wohl so alles bewirken mag?
Doch dann, in der dritten und letzten Runde, kam die Wende. Während die einstigen Führenden um ihre Würde rangen, erlebten Andi und Tschügge ihren Moment der Wahrheit. Sie, die bis dahin eher unauffällig geblieben waren, blühten plötzlich auf. Strikes aus dem Nichts, Spares mit dem Charme eines Last-Minute-Equalizers – die Spätblüter schrieben das schönste Kapitel des Abends. Ob es die Erschöpfung der Konkurrenz war, die befreite Lockerheit des Hoffnungslosen oder schlicht die Tatsache, dass nach zwei Runden die Schultern endlich aufhörten, sich zu verspannen, liess sich im Nachhinein nicht mehr klären. Fest steht: Im Bowling ist nicht der Start entscheidend, sondern wer am Ende die Kegel zum Fallen bringt. Und Schimmi? Der lässt sie von Anfang bis Ende fallen – und lächelt dabei leise, wie es sich für einen Meisterbowler gehört.
Text: Michi

