Ein Turnfest auf der Piste? Das können schon unsere Jüngsten!

Eine Reportage von Joël Kretz

Auch dieses Jahr verbringt die Jugend des Turnvereins Altstetten ihr Skiweekend in den Flumserbergen. Übernachtet wird im vereinseigenen Turnerhaus in Oberterzen. Ein solcher Anlass war coronabedingt längst überfällig und sehnsüchtig erwartet.

Timo und die kleinen Raser.

Um 7 Uhr ist Treffpunkt am Bahnhof Altstetten. Mit dem Zug sollte es zum Hauptbahnhof Zürich gehen, käme da an der Hardbrücke nicht die Meldung: «Die Weiterfahrt verzögert sich aufgrund einer technischen Störung um einige Minuten. Wir bitten um Verständnis». Na super. Hoffen wir mal das Beste. Nach zirka 15 Minuten wurde die Fahrt bereits wieder fortgesetzt. Doch den Anschluss im HB werden wir wohl verpassen. Das Telefon von Timo, unserem Organisator, klingelt. Die SBB haben unsere Gruppe auf einen anderen Zug verwiesen, den IR 35. Am HB angekommen, spazieren wir gemütlich zum Interregio. Wir haben genügend Zeit, Abfahrt ist erst in einer halben Stunde. 

Vom Zug geht’s auf die Gondel. An der Zwischenstation, wo unser Turnerhaus liegt, deponieren wir das Gepäck und fassen die Ski- und Snowboardmonturen, welche mit unserem Küchen-Team separat angereist sind. Natürlich darf bei uns Turnern hierbei die Musik nicht fehlen: «Shimmy shimmy yay, shimmy yay, shimmy ya…» Ja, etwas grenzwertig dieses Lied, ich weiss. Doch es gibt einen völlig harmlosen Grund, weshalb die Kinder den Song so feiern. Einer der Leiter trägt den Familiennamen Schimmelpfenig. Als Spitznamen resultiert Schimi: «Schimi Schimi yay, Schimi yay, Schimi ya…» Das Lied von Jason Derulo werden wir dieses Wochenende wohl noch öfters hören. Die Kids werden für die Piste in verschiedene Gruppen eingeteilt. Sevi und ich bekommen die kleinen Raser zugeteilt.

Wegen der morgendlichen Zugverspätung fahren wir vor Mittag knapp eine Stunde. Doch diese genügt, um zu sehen, ob die Kinder gemäss ihrem Können in die richtige Gruppe eingeteilt wurden. Bei Chicken Nuggets und Pommes besprechen wir am Leitertisch mitunter genau dies. Für den Nachmittag bekomme ich zwei Kinder zusätzlich. Im Hintergrund wieder die obligate Musik: «Mach den Hub Hub Hub. Mach den Schrauber, Schrauber, Schrauber…»

Am Abend geht unser straffes Programm weiter. Betten beziehen, Abigässe, Duschen (wenn auch nicht alle), eine Runde Pingpong mit musikalischer Unterstützung – wie könnte es anders sein – und schon erklingt der Gong zum Spielabend. Wir beginnen mit einem kleinen Quiz. Anschliessend wird viel gebastelt, geworfen, gewitzelt und gelacht. Ein Highlight zu definieren ist schwierig, aber ich denke etwas vom lustigsten war die «Ja, Nein, Ich, Nicht»-Challenge. Bei dieser geht es darum, auf Fragen zu antworten, ohne die eben genannten Wörter zu verwenden. Dabei hat Schimi eine wahre Günter Jauch Moderation hingelegt. Auf die Unterhaltungsshow folgt das Dessert und noch etwas Zeit für die Kinder, die sie individuell nutzen können. «Hurra die Gams, hurra die Madln», jetzt aber etwas Ruhe bitte, morgen kann die Party dann gerne weiter gehen.

Blick von der Piste auf den Walensee

«Guten Morgen, Guten Morgen, Guten Morgen, Sonnenschein», jup, die Party geht weiter. Um 7 Uhr ist Tagwache: Bett abziehen, Zmörgele, Tasche packen, Haus putzen, alles ruck zuck, zack zack und schon sind wir wieder auf der Piste. Nun ja, ganz so Rucki Zucki ging es dann doch wieder nicht, aber immerhin sind wir um 9:15 Uhr wieder in der Luftseilbahn. Ein weiterer herrlicher, sonniger und gleichzeitig kalter Tag erwartet uns. Perfekt zum Skifahren. Hinauf und wieder hinunter, hinauf und wieder hinunter geht es mit unseren jungen Flitzern. Ich weiss gar nicht, wer wen hoch und runter jagt: wir die rasenden Miniaturgestalten oder sie uns?

Die Rasenden Miniaturgestalten

Doch auch dieser ereignisreiche Tag findet sein Ende. Ausnahmsweise geht es mit der regulären 
S-Bahn zurück nach Zürich Altstetten. Die Eltern empfangen ihre Kinder, aus welchen die Ereignisse der letzten 36 Stunden gerade zu heraussprudeln. Die Dankbarkeit ist erfreulicherweise wie jedes Jahr sehr gross. Der einzige Makel unserer diesjährigen Expedition, ist die fehlende Rangliste des Spielabends. Der Wunsch der Kinder ist notiert fürs nächste Jahr.