W wie Wertungsrichter

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Ein Beitrag von Yvonne

Ohne Wertungsrichter, kein Wettkampf. Was tun Wertungsrichter (WR) eigentlich?

„Die Wertungsrichter:innen sitzen den ganzen Wettkampf lang auf einem Stuhl, schauen beim Turnen zu und sagen dann die Noten. Bei denen muss man sich an- und abmelden.“

Richtig – und was noch?

Die geturnte Übung wird bei den Kategorien 1 bis 4 mit Symbolen (Haken oder Punkt), und ab der Kategorie 5 mit den Schwierigkeitswert (5, 6, 7) der Elemente aufgeschrieben. Dahinter schreibt der WR (möglichst wenige) Striche: Das sind die Abzüge, die pro Element in Technik und Haltung gemacht werden.

Die Abzüge werden am Schluss einer Übung zusammengezählt. Hinzu kommen vielleicht noch zusätzliche Abzüge für einen Sturz (mit „S“ notiert), einen Halt („H“, das ist Übungsunterbruch, passiert wenn der Turner zum Beispiel das nächste zu turnende Element vergisst und kurz nachdenken muss) oder fehlende Elemente. Letztere müssen nämlich auch noch gezählt und kontrolliert werden, damit die Zusammensetzung der Übung stimmt. Alle Abzüge (inkl. der Striche) werden dann von der Höchstnote 10.0 abgezogen und ergeben die Note.

So sieht das dann aus: (Das sind Blätter von einem Kurs, deshalb die Korrekturen)

Die Blätter für die Wertungsrichter werden am jeweiligen Wettkampf zur Verfügung gestellt.
Entdecke hier die Unterschiede zwischen einem Sprung-Blatt und einem Ring-Blatt der Wertungsrichter.

Warum sitzen immer zwei WR da?

… weil es immer so schnell geht, wir Menschen keine Roboter sind und eine Wertungs-App gibt es auch noch nicht 😉. Beide Wertungsrichter:innen machen ihre Note und vergleichen sie: Wenn die beiden Noten nur wenig auseinander liegen, ist die gültige „Endnote“ dann der Durchschnitt dieser beiden Noten. Sind die Noten aber zu weit auseinander, müssen die beiden Wertungsrichter:innen besprechen, wo die Differenz liegt und „sich finden“. Ganz grosse Freude herrscht immer dann, wenn beide WR-Noten übereinstimmen!

Wertungsrichter vergleichen Ihre Noten.
Yvonne und Mélanie vergleichen Ihre Noten. (Vereinsmeisterschaft 2017)

Wie wirst du Wertungsrichter:in?

Zuerst besuchst du den „Grundlagenkurs Wertungsrichter EGT / VGT“ (Einzel- und Vereins-Geräteturnen), der geht 2 ½ Tage. Dort lernst du alle Elemente der Kategorien 1 bis 4 kennen, wie sie geturnt werden sollen und welche Abzüge es gibt. Am Schluss gibt es eine Prüfung.

Wenn du diese bestanden hast, kann du den „Grundlagenkurs Wertungsrichter EGT Brevet 1“ besuchen, das dauert nochmals 3 Tage. Bei dieser Abschlussprüfung musst du werten – das musst du vorher noch etwas üben, am besten im Training und an Wettkämpfen. Das nennen wir „Schättele“ – deshalb sitzen manchmal auch mehr als zwei Personen da, wenn du turnst: Die zusätzlichen Personen sind eben am schättele 😉.

Ist auch diese Prüfung bestanden, darfst du offiziell an den Wettkämpfen die Kategorien 1 bis 4 werten und Noten verteilen. Für die Kategorien 5 bis 7/D/H musst du einige Jahre Erfahrung haben und weitere Kurse besuchen. Zudem ist es wichtig, dass du alle zwei Jahre einen Fortbildungskurs besuchst, damit deine Anerkennung immer aktuell bleibt.

Klicke hier für weitere Informationen zu den Ausbildungen


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